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Stadt Zürich als Gemüsebauer?

Aufgrund einer Gemeinderats-Motion beabsichtigt die Stadt Zürich, in Zukunft in den städtischen Grünflächen wo möglich Nutzpflanzen (Gemüse etc.) anzubauen. Die Ernte soll anschliessend der jeweilige Quartierbevölkerung zugute kommen.

Nun spricht a priori nichts dagegen dass die Stadtgärtner von Grün Zürich anstelle von Tulpen und Buchshecken irgendwelche Nutzpflanzen anbauen, allenfalls braucht es sogar weniger Bepflanzungen pro Jahr. Schwieriger könnte es allenfalls werden, für den jeweiligen Standort angepasste Nutzpflanzen zu finden, die dann auch optisch etwas hergeben und nicht gleich wieder eingehen. Kartoffelacker geben nun mal den grössten Teil des Jahres keinen schönen Anblick ab. Und wie man die Bevölkerung ansprechen will wenn Grün Zürich die ganze Arbeit macht ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.

Das grössere Problem sehe ich allerdings mit der Verwertung der Ernte:

  • je nach Standort ist mit einer relativ hohen Schadstoffbelastung zu rechnen
  • die Verteilung der Ernte kann wohl nur nach dem „de schnäller isch de gschwinder“-Prinzip erfolgen, was im Extremfall dazu führen kann dass Leute die halbreifen Früchte etc. direkt ernten um überhaupt partizipieren zu können

Das soll natürlich nicht heissen, das Urban Gardening als solches nicht sinnvoll wäre. Diese Idee lässt sich aber mit Eigeninitiative der Bevölkerung einfacher und mit mehr Engagement umsetzen als durch Angestellte von Grün Zürich. Die Stadt kann das gerne mit dem Bereitstellen von Anbau-Plätzen und Schrebergärten sowie dem Zugang zu (temporären) urbanen Brachen unterstützen. Der Rest ergibt sich dann von selbst.

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