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Grossraumbüro == Grosslärmbüro?

Projektbedingt bin ich heute von einem Grossraumbüro mit über 25 Leuten in ein kleineres mit sieben Plätzen gewechselt, und habe zuerst mal über das ruhige Umfeld gestaunt. Ruhig nicht unbedingt im Bezug auf Lärm und Nebengeräusche (die lassen sich mit guten Kopfhörern relativ gut ausblenden), sondern vor allem bezüglich ständigem Kommen und Gehen im Umfeld, Erwartung ständiger Ansprechbarkeit von Seiten der Kollegen etc.

Natürlich gibt es für diese Probleme viele gute Ideen und Ratschläge, nicht zuletzt auch von all den Beratern welche Grossraumbüros unter dem Stichwort „smart working“ in die Unternehmen bringen. „Aber“

  • das mit dem Etablieren von Gruppenregeln funktioniert bei grossen Gruppen ziemlich schlecht
  • bei 25 Arbeitsplätzen bilden sich Untergruppen von 5-10 Leuten mit je eigenem Arbeitsstil und Kommunikationsberhalten, diese müssen nicht zwingend kompatibel sein
  • die Idee der verschiedenen Arbeitsplatztypen für „lautes“ und „leises“ macht zwar Sinn, scheitert aber spätestens dann wenn aus Kostengründen die Arbeitsplätze so stark ausgelastet sind, dass Wechsel innerhalb eines Tages nicht möglich sind

Das ist jetzt natürlich aus Optik von jemandem geschrieben, der relativ oft Konzepte schreiben und ähnliche Denkarbeiten machen muss (und entsprechend bei jeder Unterbrechung 10-15 Minuten braucht um wieder in den Flow zu kommen). Bei Arbeiten bei welcher (ständige) Interaktion wichtiger (oder sogar Sinn des ganzen) ist, mag das ganze natürlich anders aussehen. Ich bin jedenfalls über den Wechsel alles andere als unglücklich.