Grossraumbüro == Grosslärmbüro?

Projektbedingt bin ich heute von einem Grossraumbüro mit über 25 Leuten in ein kleineres mit sieben Plätzen gewechselt, und habe zuerst mal über das ruhige Umfeld gestaunt. Ruhig nicht unbedingt im Bezug auf Lärm und Nebengeräusche (die lassen sich mit guten Kopfhörern relativ gut ausblenden), sondern vor allem bezüglich ständigem Kommen und Gehen im Umfeld, Erwartung ständiger Ansprechbarkeit von Seiten der Kollegen etc.

Natürlich gibt es für diese Probleme viele gute Ideen und Ratschläge, nicht zuletzt auch von all den Beratern welche Grossraumbüros unter dem Stichwort „smart working“ in die Unternehmen bringen. „Aber“

  • das mit dem Etablieren von Gruppenregeln funktioniert bei grossen Gruppen ziemlich schlecht
  • bei 25 Arbeitsplätzen bilden sich Untergruppen von 5-10 Leuten mit je eigenem Arbeitsstil und Kommunikationsberhalten, diese müssen nicht zwingend kompatibel sein
  • die Idee der verschiedenen Arbeitsplatztypen für „lautes“ und „leises“ macht zwar Sinn, scheitert aber spätestens dann wenn aus Kostengründen die Arbeitsplätze so stark ausgelastet sind, dass Wechsel innerhalb eines Tages nicht möglich sind

Das ist jetzt natürlich aus Optik von jemandem geschrieben, der relativ oft Konzepte schreiben und ähnliche Denkarbeiten machen muss (und entsprechend bei jeder Unterbrechung 10-15 Minuten braucht um wieder in den Flow zu kommen). Bei Arbeiten bei welcher (ständige) Interaktion wichtiger (oder sogar Sinn des ganzen) ist, mag das ganze natürlich anders aussehen. Ich bin jedenfalls über den Wechsel alles andere als unglücklich. 

Wenn End-To-End-Verschlüsselung keine ist…

„Heise Security“ berichtet im Zusammenhang mit in Belgien durchgeführten Razzien gegen Terrorverdächtige, dass US-Behörden WhatsApp-Kommunikation belauschen. 

Die belgische Polizei hat mehrere Razzien gegen Terrorverdächtige durchgeführt, nachdem die amerikanischen Kollegen den Ermittlern beim Abhören von WhatsApp-Nachrichten halfen.

Wer noch immer Zweifel daran hatte, ob Geheimdienste sehr aktiv von der Möglichkeit Gebrauch machen, Kommunikation über Messenger-Apps abzugreifen und auszuwerten, sollte spätestens jetzt eines besseren belehrt worden sein. Und wer sich der Illusion „wer nichts Unrechtes tut, hat nichts zu befürchten“, sollte spätestens angesichts

Bei 21 Razzien nahm die Polizei insgesamt 16 Verdächtige fest; die meisten sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die verhafteten Personen standen in Verdacht, einen Terroranschlag in Belgien vorzubereiten, was sich anscheinend nicht bestätigte.

aufhorchen. Wegen Terrorverdacht in die Fänge der Justiz zu geraten, dürfte definitiv kein Zuckerschlecken sein. Auch wenn sich der Verdacht nicht erhärten liess: etwas bleibt immer hängen (und sei es nur eine Aktennotiz), und ob die beteiligte US-Behörde die Einschätzung der belgischen Behörden übernimmt (oder die Verdächtigen nicht trotzdem zum Beispiel auf der No Fly-Liste bleiben), ist zumindest fraglich.  

Die Verdächtigen haben über den Messenger-Dienst WhatsApp kommuniziert.

Aber hallo, ist WhatsApp nicht verschlüsselt (zumindest seit einigen Monaten), mögen jetzt einige fragen. Die kurze Antwort ist wohl „theoretisch schon“, die etwas längere Antwort dann aber „defacto nicht“. Denn

Die Verschlüsselung funktioniert aktuell nur zwischen Android-Geräten. Und der Nutzer hat keine Möglichkeit, zu überprüfen, ob sie überhaupt aktiv ist.

Oder mit anderen Worten: Der Anbieter (also WhatsApp) hat, unbemerkt von Benutzer, die end-to-end-Verschlüsselung ein- und auszuschalten (und muss dies sogar tun, um Kommunikation zwischen Android und Nicht-Android-Geräten zu ermöglichen). Wenn ein Anbieter diese Möglichkeit aber hat, kann man beim besten Willen nicht mehr von sicherer Kommunikation sprechen.